Friedrich Ebert

Vom Volkschüler zum Reichspräsidenten

* 4. Februar 1871 in Heidelberg - † 28. Februar 1925 in Berlin

„… dass für den Lebensweg in hohem Maße das entscheidend ist, was einem die Schule gegeben und vor allem das, was man von ihr mitgenommen hat”


Friedrich Ebert an seinen ehemaligen Lehrer 1919

Als Friedrich Ebert am 4. Februar 1871 in Heidelberg geboren wurde, kam er in eine Familie, die für die damalige Zeit Ende des 19. Jahrhunderts typisch war. Der Vater, ein Schneidermeister mit geringem, gerade ausreichendem Einkommen um eine achtköpfige Familie mehr recht als schlecht ernähren zu können. Bildung für die Kinder war kein Thema, so besuchte auch Friedrich Ebert acht Jahre lang die Volksschule. Dieses Leben, verbunden mit Kinderarbeit in einer Lohnkutscherei, hat ihn geprägt, geleitet von einem großen Gerechtigkeitssinn.

Mit 14 Jahren begann er eine Lehre als Sattler, die für ihn eine bittere Erfahrung war. Sein Meister war ein jähzorniger Mensch, der auch vor Schlägen nicht zurückschreckte. Dies war für Friedrich Ebert der Anlass, seine Lehre abzubrechen und auf Wanderschaft zu gehen, die vorläufig in Bremen endete, wo er sich im Sattlerverband engagiert für die Rechte der Arbeiter einsetzte.
Für ihn war es nur logisch 1889 in die SPD einzutreten, um seiner Arbeit auch einen politischen Rahmen zu geben. Sein Organisationstalent und seine überragende Fähigkeit leidenschaftliche Reden zu halten, machten ihn schnell zu einer bekannten Persönlichkeit, die sich vehement gegen soziale Ungerechtigkeit engagierte.